Aus Elefantendung lassen sich handgeschöpftes Papier und Papierprodukte in ökologischer Weise herstellen. Das wird schon seit langem in Thailand und Sri Lanka gemacht. Diese exklusiven Produkte stinken nicht und bedeuten sowohl für die Elefanten als auch für die Menschen einen vollkommen neuen Sinn des Zusammenlebens. Den einen sichern sie das Überleben und den anderen bringen sie Geld und Wohlstand.
Ein einziges Blatt handgeschöpftes Papier kostet im Einzelhandel bis zu 3 Euro und mehr. Papier, aus Elefantendung hergestellt, wird noch teurer gehandelt. Für eine Tonne normales Papier werden neben Wasser, Energie und Chemikalien 2,5 Tonnen Holz benötigt. Dieses Holz stammt für Deutschland hauptsächlich aus Schweden, Finnland und Kanada. Dort werden ökologisch wertvolle Urwälder unwiederbringlich zerstört. Für Papier aus Elefantendung oder Pflanzenfasern wird kein Holz benötigt. Die Erzeugung in Handarbeit ist relativ einfach.
Viele verschiedene Pflanzen wie z.B. Hanf, Bambus, Bananenstauden, Seidelbast, Brennessel, Pfahlrohr, Reisstroh eignen sich für die Herstellung qualitativ hochwertigen Papiers. Auch die Bagasse (Rückstände der Zuckergewinnung aus Zuckerrohr,) die bisher verfeuert worden ist, wird in den Zuckerrohr produzierenden Ländern vermehrt zu Zellstoff verarbeitet, und eignet sich hervorragend.
Papier besteht hauptsächlich aus Cellulosefasern, die wenige Millimeter bis zu einigen Zentimetern lang sind. Die Cellulose wird zunächst weitgehend freigelegt, also von Hemicellulosen, Harzen und anderen Pflanzenbestandteilen getrennt. Der so gewonnene Zellstoff wird mit viel Wasser versetzt und zerfasert. Diesen dünnen Brei nennt der Papiermacher „Stoff“ oder „Zeug“. Wenn dieser in einer dünnen Schicht auf ein feines Sieb gegeben wird, hat er einen Wassergehalt von über 99 % (Papiermaschinenauflauf) bzw. ca. 97 % (Handschöpferei). Ein Großteil des Wassers tropft ab. Das Sieb muss bewegt werden, so dass sich die Fasern möglichst dicht über- und aneinander legen und ein Vlies, das Papierblatt, bilden. Wird auf dem Handschöpf- oder Rundsieb ein Muster aus Draht angebracht, lagern sich an dieser Stelle weniger Fasern ab, und das Muster ist beim fertigen Papier zumindest im Gegenlicht als Wasserzeichen zu erkennen. Wasserzeichen werden heute auch auf der Papiermaschine als Egoutteurwasserzeichen gefertigt.
Im Durchschnitt nimmt ein ausgewachsener afrikanischer Elefant täglich zwischen 200 und 300 kg Futter zu sich. Daraus entsteht mehr als 1 Zentner Dung. Somit liefert ein Elefant an einem einzigen Tag den Rohstoff für mindestens 120 Seiten Rohpapier. Dieses Papier ist einfach herzustellen und wird sehr teuer gehandelt.
Elefantendung nimmt in der Natur eine wichtige Rolle ein und hilft, Baumsamen zu verteilen. Manche Baumsamen benötigen die Vorverdauung im Tiermagen, um eine Keimfähigkeit zu erreichen. Da Elefanten über weite Strecken wandern und nicht der gesamte Dung entfernt werden sollte, liegt der Schwerpunkt des WPE-Projektbestandteils einer Papierherstellung in der Kombination verschiedener Rohstoffe wie Elefantendung und Pflanzenfasern.
Ein Teil der Erlöse kommt den WPE-Naturschutzprojekten zugute. |